Lesung und Diskussion mit der Schriftstellerin Birgit Birnbacher;
Sicht der Medizin: Dr. Christiane Rosin, Psychosomatik, Universitätsspital Basel;
Sicht der Literaturwissenschaft: Prof. Alexander Honold, Deutsches Seminar, Universität Basel;
Moderation: Prof. Rainer Schäfert & Franziska Weeren, Psychosomatik, Universitätsspital Basel & Medical Humanities, Universität Basel
Buchbeschreibung:
"Nach »Wovon wir leben« erzählt Bachmannpreisträgerin Birgit Birnbacher in ihrem neuen Roman sensibel und literarisch vom Umgang mit Neurodivergenz
Oz ist anders, er hat ADHS und tut sich schwer in der Schule, aber diesmal ist ihm etwas wirklich Blödes passiert. Auf dem Heimweg wünscht er sich deshalb zumindest eine kleine Katastrophe, die seine Mutter von dem Brief der Lehrerin, den er ihr geben muss, ablenken würde. Als Oz nach Hause kommt, ist Ann – auch sie ausgestattet mit einem flirrenden Nervenkostüm – nicht wie vermutet in Zeugnis-Feierlaune, sondern es ist tatsächlich etwas passiert. Die Zilly-Oma, die in den Bergen lebt, ist weg …
Intensiv, humorvoll und mit großer Empathie erzählt Birgit Birnbacher von der Liebe einer Mutter, die mit sich und gegen andere kämpft, um ihr Kind gegen die Zuschreibungen von außen zu verteidigen – und sei es letztlich mit dem Erzählen selbst.
Ein Roman über die Chancen, die der Wildwuchs im Denken eröffnet. Haben die, die sich nicht anpassen können, unserer überreizten Natur und Umwelt womöglich tatsächlich etwas entgegenzusetzen?"

Vormittags 8.30-12.00 Uhr: Lehrveranstaltung für Medizin-Studierende, Ort: ZLFK
Abends 18.00-19.30 Uhr: Öffentlicher Themenabend für alle Interessierten, Ort: UB Medizin, Spiegelgasse 5, Cafeteria 6. Stock, mehr Informationen hier.
Lesung und Diskussion mit dem Schriftsteller Daniel Wagner;
Sicht der Suchtmedizin: Prof. Marc Vogel, Zentrum für Abhängigkeitserkrankungen, Universitäre Psychiatrische Kliniken Basel;
Sicht der Literaturwissenschaft: Anna Chatzinkolaou, Deutsches Seminar, Universität Basel;
Moderation: Prof. Rainer Schäfert & Franziska Weeren, Psychosomatik, Universitätsspital Basel & Medical Humanities, Universität Basel
Buchbeschreibung:
"Wie führt man ein Leben im Sog der Sucht? Wie fühlt es sich an, am Totenbett der eigenen Mutter besoffen sein zu müssen, weil nichts wichtiger ist als der nächste Schluck? Wie ist es, wenn sich jeder Tag und jede Nacht um die Sucht dreht und man bereit ist, alles zu vernichten, um ihr zu dienen? In gnadenloser Offenheit schreibt Daniel Wagner von der Hölle und den Monstern, die jahrelang sein Leben definierten. Er gibt einen ungeschönten Einblick in das Innenleben einer Suchterkrankung."
Lesung und Diskussion mit der Schriftstellerin Josefine Soppa;
Sicht der Medizin / Experte für Parkinson: Dr. Florian Hatz, Neurologie / Unit Neurodegeneration, Sprechstunde für Bewegungsstörungen, Universitätsspital Basel;
Sicht der Psychologie / Experte für den Einsatz von KI in Psychosomatik und Psychotherapie: Prof. Gunther Meinlschmidt, Psychosomatik / Abt. Digitale u. kombinierte Psychosomatik u. Psychotherapie, Universitätsspital Basel; Abt. für Klinische Psychologie und Psychotherapie – Methoden und Verfahren, Universität Trier;
Sicht der Literaturwissenschaft: Prof. Klaus Birnstiel, Institut für Deutsche Philologie, Ludwig-Maximilians-Universität München;
Moderation: Prof. Rainer Schäfert & Franziska Weeren, Psychosomatik, Universitätsspital Basel & Medical Humanities, Universität Basel
Beschreibung des Essays von Josefine Soppa:
"Ein Mann verliert langsam sich selbst. Körper wie Geist sind nicht nur erschöpft, sondern krank von der Arbeit. Es ist der Vater der Erzählerin, die für ihn sorgt. Sie wiederum verliert ihre Haare, verliert ihre Kraft und ist angesichts des möglichen Verlusts der eigenen Sprache besorgt. Über diese Sorge tritt sie in Dialog mit einem Chatbot. Ihr neugeborenes Kind, das sie zum Vater legt, wird bald anfangen zu sprechen, sich das Sprechen erobern, das dem Großvater durch seine Parkinsonerkrankung abhanden ging. Josefine Soppa setzt in ihrem Text die großen Themen Spracherwerb, Spracherhalt und Sprachverlust, sprachliche Reproduktion durch KI sowie Arbeit, Erschöpfung und Erkrankung in Bezug zueinander. Sie entlarvt die Logik der Berechnung, die der automatisierten Spracherzeugung ebenso wie den Bedingungen für Pflege innewohnt. Geschickt und leichthändig baut sie aus der scheinbaren Analogie von Krankheitsbildern und maschinellen Sprachprozessen einen Referenzraum, indem sie der kapitalistischen und materiellen Basis jener vermeintlich körperlosen Technologie eine neue Sichtbarkeit gibt.“ So lautet die Begründung zur Auszeichnung von Josefine Soppa mit dem WORTMELDUNGEN Ulrike Crespo Literaturpreis für kritische Kurztexte 2025."

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